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Anke Richter

 

Tokelau - 200 Tage

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Land unter in der Südsee?

Der „Treibhauseffekt“ ist die viel zitierte Klimakatastrophe, die die Gletscher zum Schmelzen, Flüsse zum Überfluten und die Meere zum Steigen bringt. Schuld sind die Unmengen an Kohlendioxid, die wir – die Menschen in den westlichen Ländern – durch unsere Energieverschwendung, durch unsere Autos und Industrie pro Jahr in die Erdatmosphäre entlassen. Allein im Jahr 2001 waren das weltweit 23.464 Tonnen. Die Atmosphäre erwärmt sich dadurch, und das Wetter spielt verrückt. Unter anderem steigt der Meeresspiegel stetig, aber sicher an. Die Hauptleidtragenden des aus dem Gleichgewicht geratenen Systems sind die Länder, die so gut wie keinerlei CO2-Ausschuss verursachen: Die Inseln im Südpazifik. Am schlimmsten betroffen sind diejenigen, deren geringe Landmasse nur aus flachen Atollen besteht. Dazu gehört neben Kiribati, Tuvalu und den Marshall-Inseln auch Tokelau.

Pro Jahr steigt das Meer rund um Atafu, Nukunonu und Fakaofo zwei bis drei Millimeter im Jahr. Schon wenige Zentimeter können für die Existenz einer flachen Koralleninsel das Ende bedeuten. Wo die höchste Erhebung gerade mal fünf Meter beträgt, lässt sich leicht ausrechnen, dass den Tokelauern in diesem Jahrhundert der Untergang droht. Noch bevor die Inseln endgültig überspült werden, greift die Klimaerwärmung ihren Lebensraum an: Die Korallenriffe, an denen sich die Fische ansiedeln, sterben ab, da nicht mehr genug Sonnenlicht in die Tiefe dringt. Das wenige Grundwasser versalzt und Pflanzen gehen ein. Häufigere Stürme und Unwetter machen dem fragilen Ökosystem und den Dorfbewohnern zu schaffen.

Tokelauer sind neuseeländische Staatsbürger und können sich im Ernstfall in Neuseeland ansiedeln. Aber das, was ihre Kultur, ihr Denken und Fühlen, ihre Tänze und Gesänge und ihre Einzigartigkeit ausmacht, das wird für immer verschwinden: Das Leben auf den Atollen im Pazifik.

Was können Sie tun, um das zu verhindern? Nicht viel, aber doch einiges. Sie können sparsamer heizen, weniger Auto fahren, mit der Bahn statt mit dem Flugzeug verreisen, umweltfreundliche Elektrogeräte kaufen und generell keine Energie verschwenden. Sie können Politiker wählen, die eine reduzierte Treibhausgas-Emission durchsetzen. Und Sie können Organisationen unterstützen, die sich international für den Klimaschutz einsetzen oder in den betroffenen Regionen das Ausmaß der drohenden Zerstörung bekämpfen. Dazu gehören unter anderem:

Greenpeace

Große Elbstraße 39, 22767 Hamburg, Tel. 040/30618-0, Fax 040/30618–100  

mail@greenpeace.de            www.greenpeace.de

 

WWF Deutschland

Rebstöcker Straße 55, 60326 Frankfurt, Tel.: 069/791440, Fax: 069/617221

info@wwf.de                            www.wwf.de

 

Germanwatch e.V.

Kaiserstraße 201, 53113 Bonn, Tel. 0228/60492-0, Fax 0228/60492-19

germanwatch@germanwatch.org   www.germanwatch.org

 

 South Pacific Regional Environment Programme (SPREP)

PO Box 240, Apia, Western Samoa, Tel. (00685) 21 929, Fax (00685) 20 231

sprep@sprep.org.ws        www.sprep.org.ws